Legenden der Rennstrecke leben

– dank MAHLE & Mario Linke

Mario Linke restauriert und betreut Rennsport-Ikonen der 50er- und 60er-Jahre – vor allem italienische Fahrzeuge wie Maserati und Ferrari, aber auch Porsche. Diese raren und teuren Stücke sind jedoch keine Ausstellungsobjekte, sondern zeigen bei Oldtimer-Grands-Prix, was in ihnen steckt. Um die Legenden fit für den Renneinsatz zu machen, setzt Mario Linke bevorzugt auf Motorenteile der MAHLE CLASSIC LINE. Wir haben ihn in seiner Werkstatt interviewt und zeigen euch ein Video aus dem Cockpit eines Maserati Birdcage 63006 im Renneinsatz.

Erlebe Oldtimer-Racing von der Pole-Position!

Wie es sich anfühlt, an einem Oldtimer-Rennen teilzunehmen, erlebst du mit unserem Video aus der Bord-Kamera eines Maserati Birdcage 63006 beim Nürburgring Oldtimer Grand Prix 2017 hautnah mit. Fahrer ist der mehrmalige LeMans Sieger Marco Werner.
Schnall dich an, setz deinen Helm auf – und ab geht der Film!

 

Interview mit einem Klassiker

Dass diese historischen Fahrzeuge auch heute noch Rennen gewinnen, ist alles andere als selbstverständlich. Dazu braucht es eine Menge Schweiß, Kompetenz und hochwertige Produkte. In der Werkstatt „Methusalem“ in Köln lebt Mario Linke dies seit 30 Jahren. Im Interview mit MPULSE spricht er über seine Leidenschaft, seinen Werdegang und darüber, wie wichtig es ist, den richtigen Partner an seiner Seite zu haben.

Bild: Jan Birkenstock; Oldtimer Grand Prix 2017

MAHLE: Herr Linke, warum haben Sie sich auf den klassischen Rennsport spezialisiert?
Mario Linke: Ich finde es eigentlich logisch für jemanden, der Technik liebt, dass er sich irgendwann im Rennsport wiederfindet. Denn höchste Qualität, größter technischer Anspruch und Fortschritt waren seit jeher vor allem im Rennsport zu sehen. Primär natürlich in den Anfangsjahren nach dem Krieg, als die Entwicklung so rasant vorwärtsging. Daher habe ich mich auf Fahrzeuge aus den 50er- und 60er-Jahren spezialisiert. Man kann diese Autos als Zeugen der Technik-Geschichte betrachten: Sie erzählen aus früheren Zeiten. Rennsport ist das schönste Betätigungsfeld für mich, was Motoren und Getriebe angeht.

MAHLE: Wie haben Sie Ihr fachliches Know-how erworben?
Mario Linke:
Ich bin seit 1988 selbstständig, mache das nun also schon seit 30 Jahren. Und ich habe mich immer mit sehr guten Leuten umgeben. Schließlich wächst man mit seinen Mitarbeitern und seinen Kunden, und so bleibt natürlich über die 30 Jahre etwas hängen.

MAHLE: Und wo haben Sie vor Ihrer Selbstständigkeit gearbeitet?
Mario Linke:
Ich war als Karosseriebauer bei kleinen Werkstätten tätig. Die Technik war damals immer nur Beiwerk. Dann lernte ich einen sehr guten Motorenbauer, einen ehemaligen Renn-Mechaniker von Ducati, kennen. Gemeinsam entdeckten wir die Liebe zu den Rennmotoren und arbeiteten daran, in den Rennsport-Markt hineinzukommen. Das war nicht einfach. Aber nach und nach haben wir unseren Weg gemacht. Seit dem Jahr 2000 fahren wir kontinuierlich Rennen. Davor eher nur sporadisch.

Die neue MAHLE CLASSIC LINE
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MAHLE: Verfolgen Sie mit Ihrer Werkstatt ein bestimmtes Konzept?
Mario Linke:
Wir sind eine freie Werkstatt, verkaufen oder vermitteln die Fahrzeuge, an denen wir arbeiten, und betreuen den Kunden, der das Fahrzeug im Rennsport einsetzt, dann später als Service-Leistung.

MAHLE: Die Fahrzeuge, an denen Sie arbeiten, sind noch im Renneinsatz. Da benötigen die Motorkomponenten natürlich höchste Qualität. Wie kamen Sie in diesem Zusammenhang auf MAHLE?
Mario Linke:
MAHLE ist auf diesem Gebiet Weltmarktführer. Deshalb ist es großartig, dass sich ein so etablierter Hersteller auf seine Tradition besinnt. Das ist leider nicht immer möglich in den großen Konzernen. Auch bei MAHLE hat es einige Zeit gedauert, aber jetzt sieht es mit der MAHLE CLASSIC LINE sehr gut aus.

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MAHLE: Ist es für Sie schwierig, Ersatzteile zu beschaffen?
Mario Linke:
Nein, nicht mit MAHLE. Wir suchen immer lange bis wir den richtigen Partner finden: mit MAHLE haben wir ihn endlich!

MAHLE: Was stellt dann die größte Herausforderung beim Überholen der Fahrzeuge für Sie dar?
Mario Linke:
Die größte Herausforderung ist das Zusammenspiel mit dem Kunden. Denn die meisten Kunden können den Aufwand, den man betreiben muss, um so einen Motor aus den 50er-Jahren zu restaurieren, nicht nachvollziehen. Das ist sehr zeit- und kostenintensiv. Dieses Verständnis zu schaffen ist, glaube ich, die größte Herausforderung. Alles andere ist lösbar.

MAHLE: Sie legen Ihren Fokus unter anderem auf Maserati …
Mario Linke:
Ja, wir haben zum Beispiel dieses Jahr das letzte Formel-1-Auto restauriert, das Maserati 1958 gebaut hat. Den Maserati 250F von Juan Manuel Fangio hatten wir seit 2002 im Renneinsatz. Von diesem Modell waren über die Jahre insgesamt fünf bei uns in der Werkstatt. Auch das Stirling-Moss-Auto. Dabei wurden alle Motoren überholt.

  • Bild: Jan Birkenstock; LeMans 2016
  • Bei Methusalem findet klassischer Motorenbau statt.
Fuhrmann-Motor
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MAHLE: Auch am Porsche-Fuhrmann-Motor, der mit MAHLE Teilen ausgerüstet ist, haben Sie gearbeitet …
Mario Linke:
Genau, das ist der aufwendigste und technisch anspruchsvollste Motor, den es je gab: Er hat die meisten beweglichen Teile pro Zylinder. Hier haben wir auch MAHLE Kolben verbaut. Seit Ende der 90er-Jahre, als ich mich auf Rennmotoren-Bau spezialisierte, stammt jeder Kolben, den wir einbauen, von MAHLE. Aber auch MAHLE Gleitlager und Buchsen verwenden wir inzwischen.

Die Werkstatt "Methusalem"...
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MAHLE: Wie viele Autos stehen momentan in Ihrer Werkstatt?
Mario Linke:
Es sind immer so zwischen 10 und 12 Fahrzeuge der Marken Porsche, Maserati und Ferrari.

MAHLE: Was für Rennen stehen bei Ihnen gerade an?
Mario Linke:
In Le Castellet waren wir mit drei Fahrzeugen dabei: einem Porsche 904, einem Maserati 300S, das ist das Sieger-Auto von Kuba, und einem Maserati Tipo 63 Birdcage. Kürzlich beim Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring haben wir beide Rennen gewonnen, ebenfalls mit dem Birdcage. Dieses Jahr geht‘s nach Monaco und Le Mans.

...ein Lokschuppen von 1906.
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MAHLE: Und was sind die größten Herausforderungen bei solchen Rennen?
Mario Linke:
Heutzutage spielt die Standfestigkeit eine große Rolle. Wenn in den 50er-Jahren ein Maserati-Motor kaputtging, hat man sich im Werk einfach einen neuen geholt. Heute darf das nicht passieren, weil so ein Motor ein Viertel des Fahrzeug-Wertes ausmacht – manchmal fast 1 Mio. Euro nur für den Motor. Die Herausforderung an mich und mein Team ist also klar: Bei diesen wertvollen Autos können wir uns einfach keinen einzigen Fehler erlauben. Die Motoren sind Unikate und damit sind auch die Fahrzeuge Unikate. Unsere Fahrzeuge fahren alle mit den Original-Motoren. Nur so ist es für mich historischer Motorsport.

Mario und sein Team (Bild: Jan Birkenstock)
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MAHLE: Auch Ihre Werkstatt „Methusalem“ ist solch ein Unikat.
Mario Linke:
Das kann man wohl sagen. Es ist ein alter Lokschuppen von 1906. Und das Schönste daran: Ich habe tolle Leute an Bord. Bei uns findet klassischer Motorenbau statt. Das ist es, was uns Spaß macht und immer weiter antreibt.

MAHLE: Dann wünschen wir Ihnen weiter viel Erfolg und vielen Dank für das Interview, Herr Linke!

Damit ein Klassiker ein Klassiker bleibt

Der neue CLASSIC LINE Katalog von MAHLE ist ab März 2018 erhältlich. Infos zur neuen CLASSIC LINE findet ihr auf unserer Homepage.
Übrigens: Besucht uns von 22. bis 25. März in Halle 3, am Stand 3C32 auf der RETRO CLASSICS in Stuttgart! Wir freuen uns auf euch!

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