Lebende Legende

Eberhard Mahle

Jahrgang 1933 und Spross der MAHLE Familie, ist einer der profiliertesten und erfolgreichsten Rennfahrer seiner Generation. Die größten Erfolge feierte er zwischen 1954 und 1968. National, international, bei Bergrennen und Rallyes, am Steuer unterschiedlichster Rennwagen von Abarth über Mercedes, Porsche bis Volvo. In seiner aktiven Karriere als Rennfahrer war er 210 Mal am Start und errang 150 Klassen- und Gesamtsiege.

MPULSE:

Herr Mahle, wann hat Sie das Rennsport-Virus erwischt?

Eberhard Mahle:

Mein Vater war Ingenieur und bei MAHLE für Technik zuständig. Als ich 15 oder 16 Jahre alt war, durfte ich ihn zu Rennen begleiten. 1954 bin ich dann zum ersten Mal selbst an den Start gegangen – auf der Rallye Solitude. Ich hatte 3.000 DM und davon 2.500 DM in einen gebrauchten DKW Tourenwagen gesteckt. Ergebnis meines ersten Rennens: 1. Platz in meiner Kategorie (Hubraum bis 1000 cm3) und Vierter in der Gesamtwertung.

MPULSE:

Was war das Highlight Ihrer Motorsportkarriere?

Eberhard Mahle:

1966 gab es zum ersten Mal die Kategorie Europa-Bergmeisterschaften für Gran-Turismo-Fahrzeuge – ohne Hubraumbegrenzung. Das war für mich ein idealer Wettbewerb – in einem Porsche 911. Von sieben Rennen ging nur das erste gegen einen Ford und einen Ferrari mit doppelt so viel PS verloren, aber die folgenden habe ich alle gewonnen – und damit auch die Europameisterschaft. Alle Experten hatten es für unmöglich gehalten mit nur 130 PS zu gewinnen. Ich habe es versucht … und geschafft.

MPULSE:

Ein Rennen ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ...

Eberhard Mahle:

Die erste Balkanrallye in Jugoslawien. Es gab keine asphaltierten Straßen und wir mussten dauernd Reifen flicken – überall lagen Nägel der Pferdefuhrwerke. Keine Tankstellen! Das Benzin wurde in Fässern direkt an die Strecke geliefert. Am Ende haben wir gewonnen – eine hübsche Summe in Dinar. Nur die konnten wir nicht in D-Mark tauschen. Also haben wir uns wieder beholfen und hunderte Flaschen Slibowitz gekauft. Die haben wir in Österreich verkauft und die Schilling in Mark gewechselt.

MPULSE:

Und die Leidenschaft für den Motorsport lebt?

Eberhard Mahle:

Ich verfolge nach wie vor die Formel 1 und DTM. Und regelmäßig fahre ich noch historische Fahrzeuge. Das Porsche Museum leiht mir ab und an einen Oldtimer und lädt mich zu Events ein – das macht riesigen Spaß.

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