So machst du Schluss mit Schmutz im Starter

Starter haben ein hartes Leben im Alltag eines Fahrzeugs: Sie müssen in kürzester Zeit und unter allen Bedingungen sicherstellen, dass der Verbrennungsmotor vom Stillstand in den Selbstlauf gebracht wird. Diesen Job leisten sie auch unter widrigen Umgebungsbedingungen – ob im Winter, bei hoher Hitze oder je nach Anwendung auch mit viel Feuchtigkeit oder Staub.

Unterschiedliche Starter Bauarten: Freiausstoßend (li.) und Maulstarter (re.)

Außerdem sind Starter so verbaut, dass sie mit dem vorderen Teil in den Zahnkranz des Schwungrades eingreifen. Das heißt, dass hier auch noch Verschmutzung durch Abrieb und Kupplungsstaub dazukommen. Dies alles kann einem Starter zu schaffen machen, aber nur, wenn er darauf nicht ausgelegt ist! Je nach Anwendung und Einsatzgebiet können Starter unterschiedlich gegen Schmutzeintrag konstruiert sein. Denn in der Praxis kann der Starter je nach Einsatzgebiet mehr oder weniger verschmutzen. So arbeitet beispielsweise der Anlasser eines Radladers im Bergbau unter völlig anderen Bedingungen als der gleiche Typ, der im LKW für den Fernverkehr verbaut ist.

Es gibt daher drei unterschiedliche Arten von Startern:

  • Maulstarter
  • Maulstarter mit Abstreifdichtung (staubgeschützt)
  • Freiausstoßende Starter (staubdicht)

Fehlerursachen

– was dem Anlasser Anlass zu streiken gibt

Das solltest du über Ursachen und Wirkung von Schmutzablagerungen wissen:

Stark verschmutzte Freilaufkupplung
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Schmutz im vorderen Bereich des Starters:

Durch Schmutz im Freilauf wird das Fett in der Freilaufkupplung gebunden. Das lässt den Freilauf unter Umständen so schwergängig werden, dass beim Startvorgang der komplette Starter mit dem Motor hochgedreht wird. Oder aber die Freilaufkupplung wird in beide Richtungen kraftlos und rutscht dadurch durch. So dreht zwar der Anlasser, aber ohne den Verbrennungsmotor anzutreiben. Wird der Schmutz durch das Fett auf der Welle gebunden, kann das Ritzel mit der Freilaufkupplung nicht mehr ungestört in den Zahnkranz ein- oder ausspuren. Je nach Verschmutzungsgrad reicht die Kraft
des Magnetschalters nicht mehr aus, um das Ritzel in den Zahnkranz zu schieben.

Späne und Erde blockieren den Einrückhebel
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Schmutz im Bereich vom Einrückhebel:

Teilweise kommt es zu so heftigen Verschmutzungen, dass der Schmutz bis zum Einrückhebel vordringt und diesen sogar teilweise blockiert. Dadurch kann das Ritzel wiederum nicht tief genug einspuren.
Die Folge: Die Kontakte im Magnetschalter schließen nicht mehr, der Starter dreht sich nicht – und der Motor bewegt sich keinen Millimeter mehr.

Korrosion am Elektromotor durch Wassereintritt in den Starter

Schmutz im Motorteil des Starters:

Je nach Verschmutzung im Motorteil des Starters bildet sich eine Schmutzschicht auf dem Kollektor. Dies führt eventuell zu einem erhöhten Übergangswiderstand zwischen Kollektor und Kohlebürsten, was zur Folge hat, dass der Anlasser nicht mehr die volle Leistung bringt.

Flüssigkeiten im Starter:

Der Starter ist je nach Schutzklasse gegen Spritzwasser geschützt. Aber bei aggressiven und ölhaltigen Stoffen wie Motor-, Getriebe-, Hydrauliköl oder anderen Betriebsstoffen reagiert der Starter allergisch. Wenn diese Flüssigkeiten in größeren Mengen in den Starter eindringen, kann dies zu Fehlfunktionen führen – bis hin zum Anlasser-Komplettausfall.

Saubere Tipps für einen starken Start

Zum Schluss noch die Tipps für vorbeugende Maßnahmen in deiner Werkstatt:

Wenn du den Starter ersetzt, solltest du unbedingt gründlich das Umfeld reinigen. Offene Verbindungen und Öffnungen an der Getriebeglocke müssen verschlossen sein, um das Eindringen von Schmutz zu vermeiden. Entferne Undichtigkeiten am Motor oder dem Umfeld am besten sofort! Je nach Einsatzgebiet kannst du auch ab und zu eine Motorwäsche mit einem Hochdruckreiniger durchführen – aber bitte mit Gefühl und dem richtigen Abstand! Nicht, dass du am Ende noch einen Wasserschaden am Starter verursachst.

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