Leistungsstark durchgeladen

indirekte Ladeluftkühlung

In unserer Reihe „Ein Produkt stellt sich vor“ vermitteln wir dir wichtige und grundlegende Infos zu modernen Fahrzeugtechnologien und -geräten – kompakt, kompetent, unkompliziert. Heute geht es um die indirekte Ladeluftkühlung. Außerdem Tipps und Tricks zur Kühlermontage und -reparatur, kompakt zusammengefasst.

Da geht noch mehr!

>> In unserem letzten Artikel haben wir uns mit der direkten Ladeluftkühlung auseinandergesetzt und deren Funktionsweise beschrieben. Heute wollen wir uns mit einer weiteren, noch effizienteren und vor allem baulich günstigeren Alternative beschäftigen, der indirekten Variante.

Noch effizienter!

Es gibt eine zweite, noch effizientere Möglichkeit, den Konflikt zwischen Bauraum und Leistungsbedarf zu lösen: das Konzept der indirekten Ladeluftkühlung.

Beim Pkw besteht dieses Kühlsystem aus einem kompletten, vom Motorkühlkreislauf unabhängigen Kühlmittelkreislauf. Eingebunden in diesen Kreislauf sind ein Niedertemperatur-Kühlmittelkühler und ein Ladeluft-/Kühlmittelkühler. Die Ladeluft-Abwärme wird zuerst auf das Kühlmittel übertragen und danach im Niedertemperatur-Kühlmittelkühler an die Umgebungsluft abgeführt. Dieser Kühler ist im Frontend des Fahrzeugs untergebracht, wo sich bei der herkömmlichen, luftgekühlten bzw. direkten Ladeluftkühlung der Ladeluft-/Luft-Kühler befindet. Da der Niedertemperaturkühler deutlich weniger Platz als ein vergleichbarer Ladeluft-/Luft-Kühler benötigt, wird Raum im Frontend frei. Außerdem entfallen die voluminösen Ladeluftleitungen vom Fahrzeug-Frontend zum Motor.

Dieses System hat den Vorteil, dass die verdichtete Ansaugluft über eine regelbare Ladeluftkühlung situationsabhängig temperiert werden kann. Das hilft, die Motorbetriebstemperatur zu optimieren. Bei Dieselmotoren regeneriert zusätzlich der Partikelfilter schneller. Das deutlich einfachere Design im Frontend verbessert die Kühlluftströmung durch den Motorraum entsprechend.

Unterschiede des indirekten zum direkten Ladeluftkühlkreislaufs

  • Die Ladeluft wird nicht durch Luft gekühlt, sondern durch ein flüssiges Kühlmittel (Wasser-Glykol-Mischung).
  • Beim kühlmittel-gekühlten Ladeluftkühler kann die Einbaulage des Ladeluftkühlers fast frei gewählt werden.
  • Durch das geringe Bauvolumen können Ansaugtrakt und Ladeluftkühler eine Einheit bilden.
  • Der Niedertemperatur-Kühler ist im Frontend des Fahrzeugs untergebracht und benötigt deutlich weniger Platz als der herkömmliche Ladeluftkühler. Es entfallen die voluminösen Ladeluftleitungen.

Vorteile der indirekten im Vergleich mit der direkten Ladeluftkühlung:

  • deutlich reduzierter Ladeluft-Druckabfall
  • verbesserte Motordynamik durch ein geringeres Ladeluftvolumen
  • erhöhte dynamische Kühlleistung
  • verbesserter Motorwirkungsgrad durch die Steigerung der Ladeluftdichte
Kühlmittelkreislauf indirekte Ladeluftkühlung

Defekte erkennen und Bauteile prüfen

Ursachen und Auswirkungen eines defekten Ladeluftkühlers

Die hier beschriebenen Ursachen und Auswirkungen eines defekten Ladeluftkühlers treffen gleichermaßen auf den direkten und indirekten Ladeluftkühlkreislauf zu.

Anzeichen eines Defekts:

  • Mangelhafte Motorleistung
  • Luftaustritt aus dem Ladeluftkühler
  • Erhöhter Schadstoffausstoß
  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch
  • Kühlmittelverlust (nur bei wassergekühlten Ladeluftkühlern)

Klassische Ausfallursachen:

  • Beschädigte/blockierte Schlauch-/Kühlmittelverbindungen
  • Kühlmittelverlust oder Falschluft durch Leckagen
  • Äußere Beschädigung (Steinschlag, Unfall)
  • Verminderter Luftdurchsatz (Oberfläche verschmutzt)
  • Innere Verunreinigungen (Öl, Fremdkörper, Korrosion, Dichtmittel)

Ausfallursache nach mechanischem Turboschaden:

  • Durch einen mechanischen Defekt des Turboladers können sich Metallspäne im Ladeluftkühler ansammeln.
  • Durch Verschmutzung oder Blockade kann die Motorleistung sinken.
  • Wenn Späne den Ladeluftkühler verlassen und in den Verbrennungsraum gelangen, kann dies zu einem Motorschaden führen.
  • Metallpartikel können sich auch längere Zeit nach dem Turbolader-Tausch im Ladeluftkühler lösen und in den Verbrennungsraum gelangen, sogenannte Spätfolgen.

WICHTIG: Um die beschriebenen Schäden und Spätfolgen vorzubeugen, musst du nach jedem Tausch des Turboladers den Ladeluftkühler und auch die Anbauteile eingehend prüfen. Nach einem mechanischen Defekt des Turboladers muss der Ladeluftkühler grundsätzlich erneuert werden.

  • Späne im Ladeluftkühler
  • Späne im Ladeluftkühler
  • Mechanischer Turboladerdefekt

Hinweise zum Einbau eines neuen Ladeluftkühlers

Bei dem Einbau eines neuen Ladeluftkühlers sind auch die Peripherieteile mit zu berücksichtigen. Beachte immer folgende Punkte beim Tausch:

  • Luftführung zwischen Turbolader und Ladeluftkühler hinsichtlich Verunreinigungen, Fremdkörper, Blockaden und Querschnittsverengungen prüfen
  • Luftführungen zwischen Turbolader und Ansaugkrümmer hinsichtlich Verunreinigungen, Fremdkörper, Blockaden und Querschnittsverengungen prüfen. Beschädigte, blockierte oder verschmutzte Luftführungs- und Anbauteile reinigen und ggfs. ersetzen
  • Eventuell vorhandene Dichtungen der Luftführungen und Kühlmittelanschlüsse (bei wassergekühlten Ladeluftkühlern) erneuern
  • Darauf achten, dass alle Verbindungselemente fest sitzen, keine Undichtigkeiten auftreten und so keine „Falschluft“ angesaugt wird
  • Ladedruck prüfen

Im dritten Teil unserer Serie „Ein Produkt stellt sich vor“, erläutern wir dir den Abgasrückführungs-Kühler, kurz „AGR-Kühler“. Also bleib dabei!

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