Anlassen, durchstarten, abfahren

Tipps für einen guten Start

Das Wichtigste für eine gute Fahrt ist … ein guter Start natürlich. Alles, was du über den Starter wissen musst, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Der Starter - so läuft das

Um den Starter zum Laufen zu bringen, wird der Magnetschalter vom Zündschalter mit Strom versorgt. Der Magnetschalter zieht den Eisenkern (Plunger) an, der über eine Mechanik das Starterritzel in Eingriff mit dem Zahnkranz der Schwungscheibe bringt. Gleichzeitig schließt der Eisenkern am Ende seiner Hubbewegung die Kontaktbrücke, die den Startermotor einschaltet. Der Startermotor dreht, bei den meisten Startertypen, über ein Reduktionsgetriebe den Motor durch.

Sobald der Verbrennungsmotor seine Startdrehzahl erreicht und zündet, ist der Startvorgang beendet. Dann wird der Magnetschalter vom Zündschalter nicht mehr bestromt. Der Eisenkern wird über eine Feder in die Ausgangsstellung gebracht. Dabei öffnet die Kontaktbrücke, die elektrische Versorgung des Startermotors wird beendet und das Starterritzel geht in seine Ausgangsposition zurück. Da während des Beendens des Startvorgangs die Motordrehzahl auf Leerlaufniveau ansteigt, aber das Ritzel noch im Eingriff mit der Schwungscheibe ist, verhindert die Freilaufkupplung dass der Startermotor überdreht.

Wie das läuft, kannst du dir hier ansehen:

 

Ausgependelt:

Zu viel Kraft zieht dem Starter den Saft

Wird der Motor ausgeschaltet, dreht er je nach Größe, Masse und Anbauteile (Generator, Klimakompressor, Servopumpe, usw.) für mehrere Sekunden in Laufrichtung nach, bevor er zum Stillstand kommt. Kurz vor dem Stillstand dreht sich der Motor aufgrund der Kompression in den jeweiligen Zylindern aber nicht nur in Laufrichtung, sondern er pendelt noch kurz hin und her.

Wird in diesem Zeitpunkt erneut gestartet, verstärkt sich die Kraft des Starters um die des sich in die entgegengesetzte Richtung drehenden Motors. Dadurch wirken auf die Bauteile wesentlich höhere Kräfte ein als bei einem normalen Startvorgang. Je nach Motor und Bauart des Starters führt diese mechanische Überlastung zu Deformationen bis hin zu Brüchen an Bauteilen, wie dem Ritzel, der Welle, der Glocke oder der Freilaufkupplung.

Gebrochene Bauteile:

>> Dieses Phänomen nennt man mechanische Überlastung durch Starten in den auspendelnden Motor.

Und so sieht das auf dem Prüfstand aus:

 

Eingependelt:

So bringst du den Starter wieder auf Spur

Der Starter wird über das Batteriekabel (B+) direkt von der Batterie mit Arbeitsstrom an der Klemme 30 (Dauerplus)versorgt. Zudem bekommt der Starter von der Batterie über den Zündanlassschalter Steuerstrom an Klemme 50. Da bei dieser Schaltung keine Schutzvorrichtung für den Starter verbaut ist, besteht die Möglichkeit, dass der Starter in den auspendelnden und in den laufenden Motor gestartet werden kann. Zusätzlich kann der Starter trotz erfolgreichem Startvorgang auch zu lange angesteuert werden, was zur Folge hat, dass der Starter mit dem Motor hochdreht und ausgeschleudert wird.

Perfekter Start durch Sperrrelais

Abhilfe schafft hier ein Start-/Sperrrelais wie oben abgebildet. Dieses Relais wird zwischen den Zündanlassschalter und der Klemme 50 des Starters installiert. Zusätzlich ist es noch mit dem Generator an W verbunden. Betätigt der Fahrer den Zündanlassschalter, wird das Start-/Sperr Relais mit Arbeitsstrom versorgt. Dadurch schaltet es und versorgt den Starter über die Klemme 50 mit Steuerstrom. Sobald der Motor in den Selbstlauf kommt, beginnt auch der Generator Strom zu erzeugen und sendet über W ein Signal an das Start-/Sperrrelais. Dadurch wird die Verbindung des Steuerstroms an Klemme 50 getrennt. Dies verhindert, dass der Starter zu lange unter Strom steht.

Außerdem erhält das Relais dauerhaft ein Signal vom Generator, während der Motor läuft. Dadurch ist es nicht möglich, in den laufenden Motor zu starten. Schaltet man den Motor jetzt ab, wird dieses Signal des Generators an das Relais unterbrochen. Allerdings verfügt das Relais über eine integrierte Zeitverzögerung (je nach Modell auch manuell einstellbar) und trennt so auch nach dem Stopp für mehrere Sekunden die Verbindung zur Klemme 50. Dadurch ist bis zum kompletten Stillstand des Motors gewährleistet, dass nicht versehentlich neu gestartet werden kann.

Mehr Infos zum Thema thermische Überlastung....

...findest du in unseren Technical Messenger: "Ausfall des Starters durch Überlastung"

So kann dem Starter zum Beispiel auch zu viel Hitze zu schaffen machen.

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Regelmäßig informieren wir über technische Tipps rund um den Antriebsstrang, das Thermomanagement und die Mechatronik im Automobil.

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